23.08.2022

Stuttgarter Kläranlage soll Solarfaltdach bekommen

Das Stuttgarter Klärwerk in Mühlhausen ist das grösste im Land. Es verbraucht viel Strom. Der soll bald in grösserem Mass als heute in der Anlage selbst erzeugt werden.

Der Betrieb der Kläranlage Mühlhausen benötigt rund 26 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Der Wert liegt knapp über dem für die gesamte Straßenbeleuchtung und die Ampelanlagen in der Stadt. Eigenerzeugung jetzt bei 50 Prozent: Die eigene Energieerzeugung konnte im Klärwerk über die Jahre durch den Einsatz eines Blockheizkraftwerks und einer Dampfturbine gesteigert werden, inzwischen liege man bei rund 13 Millionen Kilowattstunden im Jahr, sagt Boris Diehm, der Leiter der Abteilung Klärwerke und Kanalbetrieb im Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SES). Die Hälfte des benötigten Stroms muss also noch zugekauft werden. Dieser Einkauf soll nach und nach zurückgehen. Bis zum Jahr 2035, das vom Gemeinderat vor wenigen Wochen zum Zieljahr der Klimaneutralität Stuttgarts bestimmt worden ist, wolle man 90 Prozent Eigenerzeugung haben, sagt Diehm. (…)

Diehm und die SES-Mitarbeitenden haben Aufwand und Ertrag der in vier Meter Höhe hängenden Module durchgerechnet und einen zweistelligen Millionenbetrag für die Investition angesetzt. Der Aufwand würde sich nach 24 Jahren amortisieren. Das ist eine lange Zeit, der Wert aber relativ: „Wir haben mit einem Strompreis von sieben Cent brutto pro Kilowattstunde gerechnet, jetzt liegen wir bei 21 Cent“, sagt der Abteilungsleiter.

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